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Workshop

Historische (Film-) Öffentlichkeiten queeren

Konzepte von Öffentlichkeit(en) spielen in Filmgeschichte und -theorie eine zentrale Rolle: Sie erlauben, das Kino als spezifischen Modus kollektiver Filmerfahrung und als sozialen Handlungsraum zu beschreiben. Gerade feministische Ansätze haben sich seit den 1980er Jahren auf Konzepte der Öffentlichkeit bezogen und diese mit Fokus auf das frühe Kino ausgearbeitet. In Erweiterung zu diesen Studien fragt unser Workshop danach, wie sich frühe Film-Öffentlichkeiten der 1890er bis 1920er Jahre aus feministischer und queerer Perspektive erforschen lassen – wie etwa bislang ungehörte (vielleicht auch unerhörte) Stimmen von v.a. Frauen, Queers und Arbeiterinnen zu Wort kommen können, denen im Nachdenken über Film und Kino bisher wenig Bedeutung beigemessen wurde.

Der Workshop bringt Forscher*innen verschiedener Disziplinen mit Archivar*innen und Kurator*innen um die Frage queerfeministischer Interventionen in Archive zusammen. Besonders interessieren uns Diskurse, Methoden und Materialien, die bisher filmhistorisch übersehen oder marginalisiert wurden (etwa auf Grund von Pseudonymisierung oder dem ihnen häufig zugeschriebenen ‚trivialenʼ Charakter). Wie lassen sich Perspektiven erfassen, die nicht aufgeschrieben, nicht festhaltbar oder unzureichend überliefert wurden? Und welche Herausforderungen verbinden sich mit deren Wiedererzählung?

Programm

Mo, 15.06. 
14:30Ankommen und Begrüßung
14:45Andrea Haller (Frankfurt a. M.), Ervin Malakaj (Vancouver), Laura Katharina Mücke (Mainz) & Kristina Köhler (Köln): Queer:Feminist Interventions in Cinema's Early Public Sphere(s). Project Introduction and Questions
15:15Annie Fee (Kopenhagen): Spatialising Fan Letters to Uncover Lost Connections Between Gender and Class in French Silent Film Culture
16:00Kaffeepause
16:30Alice Salamena (Köln): Early Film Fandom and the Cinema Community/ies of the 1910s
17:15Pause
18:00Auerbach Lecture
Laura Katharina Mücke (Mainz): Queerfeminist Proletarian Dreams. Eine Kritik bürgerlicher Subjektbegriffe zu ‚frühenʻ Kino-Publika um 1910
  
Di, 16.06.
9:30Nora Probst & Theresa Gielnik (Köln): Queering Archives, Queering Curation? Re-Cognition of Queer Histories in the Exhibition Acts of Queerness
10:15Kaffeepause
10:45

Archiv-Podium mit

Kerstin Wolff (Archiv der deutschen Frauenbewegung Kassel): Wie Frauen ihre Geschichte fanden. Erfahrungen aus vier Jahrzehnten Sammlungsaufbau im Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel


Kristina Jaspers (Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen Berlin): Filmpionierinnen eine Stimme geben. Vom Umgang mit autobiografischen Texten und historischen Interviews

Daria Berten (DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt am Main): Biografische Informationen und biografisches Schreiben in den Entschädigungsakten der 1950er und 1960er Jahre

12.15Mittagspause
13:45Kompliz*innenarbeit (Collaborative Work) & Abschlussrunde (bis etwa 14:30 Uhr)
Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zum individuellen Besuch der Ausstellung „Acts of Queerness – Performance, Räume, Erinnerungen” (Universitätsstr. 33, 50931 Köln).

Ort & Zeit: Bibliothek Erich Auerbach Institut (3. OG), Weyertal 59 (Rückgebäude), 50937 Köln
15. bis 16. Juni 2026

Organisation

Andrea Haller, Ervin Malakaj, Laura Katharina Mücke, Antonia Deus und Kristina Köhler

Kontakt

Antonia Deus antonia.deus@uni-koeln.de
Kristina Köhler k.koehler@uni-koeln.de

Programm

FLYER_HistorischFilmO__ffentlichkeitenQueeren pdf