Cornelia Logemann | Auerbach Lectures 18.05.2026
Augenschmaus und Tafelfreuden
Zur Choreographie des Festmahls im 14. Jahrhundert
Abstract
Wenn 1317 in Avignon am Hof des Papstes opulent gefeiert oder 1378 der Kaiser am französischen Hof seines Neffen mit einem aufwendigen Bankett geehrt wurde, finden diese Ereignisse für die Nachwelt Niederschlag in sehr detaillierten und zugleich optimierten Schilderungen. Die Berichte ermöglichen einen idealen Blick auf Ereignisse, deren Choreographie und materielle Ausstattung um ein Vielfaches komplexer gewesen sein dürften. Schaugerichte und Prunkgefäße einerseits, die Raumausstattungen andererseits spielen eine zentrale Rolle bei der Inszenierung der Veranstaltungen. Das festliche Bankett war eine ausgezeichnete Möglichkeit, durch Medien der Vermittlung (Chroniken, Bilder) eine Öffentlichkeit zu adressieren. Die Teilhabe am Ereignis selbst ist gleichwohl Wenigen vorbehalten – zu kostbar und aufwendig waren diese Veranstaltungen, und Exklusivität ist integraler Bestandteil dieser gesellschaftlichen Institution. Doch diese Exklusivität wird nur wirksam, wenn sie gezeigt werden kann. Die Filterung von Information zwischen teilöffentlichen und öffentlichen Räumen findet dabei auf vielerlei Wegen statt, wie in diesem Beitrag gezeigt werden soll.
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Ort & Zeit
Bibliothek Erich Auerbach-Institut, Weyertal 59 (Rückgebäude, 3. OG), 50937 Köln |
Montag, 18.05.2026 | 18:00 Uhr
Kontakt
Maximilian Kloppert
E-Mail: m.kloppert(at)uni-koeln(dot)de