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Anja Lemke (Köln): Zukunft im Roman – Zukunft des Romans. Überlegungen zu Blumenbergs „Wirklichkeitsbegriff und Möglichkeit des Romans“

Am 20. Dezember hielt Anja Lemke (Köln) ihre Auerbach Lecture zu »Zukunft im Roman – Zukunft des Romans. Überlegungen zu Blumenbergs „Wirklichkeitsbegriff und Möglichkeit des Romans“«.

Abstract

Das Interesse der Literaturwissenschaft an Hans Blumenbergs Essay galt bislang insbesondere dem neuzeitlichen Wirklichkeitsbegriff, der die Wirklichkeit in ihrer Kontingenz und ihrer prinzipiellen Angewiesenheit auf Zukunft beschreibt und den Roman als die Gattung bestimmt, die durch die Darstellung einer Welt, die Realität ihrerseits als eine mögliche Welt ausweist. Der Vortrag widmet sich dagegen primär dem von Blumenberg als Widerstand definiterem Wirklichkeitsverständnis, in dem „Realität als das dem Subjekt nicht Gefügige“ erscheint. Denn wie Blumenberg die Zukunft im Roman denkt und umgekehrt, die Zukunft der Gattung in der Moderne mit Blumenberg gedacht werden kann, lässt sich, das ist zumindest die hier verfolgte These, erst hinreichend verstehen, wenn man das Verhältnis des dritten zum vierten Begriff von Wirklichkeit, sprich das Verhältnis von neuzeitlichem und modernen Wirklichkeitsverständnis genauer analysiert.