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Wissenschaftliche Mitarbeit

Julie N. Heinrichs

Promotion
Web- und Grafikdesign

Raum: 2-10

E-Mail: julie.heinrichs(at)uni-koeln(dot)de

Promotionsprojekt

Divergenz. Poetik der Alterität in Heinrich von Kleists Werken und Briefen (Arbeitstitel)

Kleist ist der Andere. Dies ist ein oft bedienter Topos, nicht nur in seiner Rezeption als Dichter, sondern auch in der Erforschung seiner Werke. Nicht nur zu seiner Zeit wurde er als Autor wahrgenommen, der sich dem Verstehen der Zeitgenossen verschloss. Dabei bietet eine divergente Wahrnehmung der Welt einen Perspektivwechsel. Kleist, der nicht nur in Briefen aus den Perspektiven der Alterität schreibt, richtet auch seine Texte oftmals nach der divergierendsten Position aus. Ein schlafwandelnder Prinz, eine Amazonenkönigin, die dem Wahnsinn verfällt, der rechtsuchende Kohlhaas, der aufgrund seiner Unnachgiebigkeit selbst dem Unrecht verfällt: in Kleists Texten findet sich immer wieder eine Figur des Dritten, welche sich nicht in das Bekannte einfügen lässt. Mit Hilfe neuster Ansätze aus den Neurodiversity Studies möchte ich in meiner Arbeit nach den Mechanismen im Text fragen, die das Andere rahmen: Wie kann Divergenz nach Foucault, Deleuze & Guattari sowie Erin Manning als Strukturmodell für Diskurse etabliert werden, um die Interaktion zwischen konvergenten Linien und alternierenden Brüche zu beschreiben? Dies heißt aktiv, die Position in der Divergenz einzunehmen und zu versuchen, sich auf diese Linien einzulassen und zu verfolgen, wo diese hinführen.

Forschungsschwerpunkte

  • Deutschsprachige Literatur 18. bis 20. Jahrhundert (insbesondere Heinrich von Kleist)
  • Diskursgeschichte des Wahnsinns und des Suizids
  • Neurodiversity Studies
  • Queer und Gender Studies
  • Mythentheorie und -rezeption 

Aktivitäten

Publikationen

(im Erscheinen) Kollektive Autorschaft im Ausnahmezustand. Kleists parasitäre Schreibpraxis im Kontext der gefundenen Briefe 1809. In: Kleist-Jahrbuch 2026.

(im Erscheinen) „als ob Einem die Augenlider weggeschnitten wären“ – Divergierende Wahrnehmungskonzepte von Caspar David Friedrichs Mönch am Meer bei Heinrich von Kleist und Clemens Brentano. (Arbeitstitel) In: Laura Seymour & Laura Basten (Hrsg.): Neurodiversity and Materiality. Communication – Transmission – Touch (voraussichtlich 2028).

Vorträge

›"[…] Somit gehören Sie Ihnen.” Abhängigkeit als Autorschaftskonzept.‹ Impulsvortrag im Rahmen des Workshops ›Kleist im Krieg. Neue Funde – neue Perspektiven. Interdisziplinäre Forschungsansätze zu Kleists politischen Briefen und Schriften‹, Universität zu Köln, 07.–08. Mai 2025.

›Mythos im Selbst. Mythenrezeption in Kleists Penthesilea.‹ Vortrag im Rahmen eines Online-Workshops des Kleist-Nachwuchsnetzwerkes der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft, 02. Juli 2021.

›Mythosrezeption in Heinrich von Kleists Penthesilea.‹ Vortrag im Rahmen des Kolloquiums ›Perspektiven auf deutsche Sprache und Kultur. Internationales Kolloquium Amsterdam-Köln‹, Universität zu Köln, 20.–21. März 2019.

Veranstaltungen

Workshops

Neurodivergenz im deutschsprachigen Raum. Virtueller Workshop zusammen mit Laura Basten, 12. November 2026.

›Kleist im Krieg. Neue Funde – neue Perspektiven? Interdisziplinäre Forschungsansätze zu Kleists politischen Briefen und Schriften.‹ Workshop zusammen mit Prof. Dr. Martin Roussel und Dr. Ingo Breuer, Universität zu Köln, 07.–08. Mai 2025.

Seminare

Proseminar SoSe 25: ›Als die Amazonen nach Troja kamen. Heinrich von Kleists Penthesilea‹

Vita

seit 2024 Promotionsstelle am Erich Auerbach Institute for Advanced Studies

seit 2024 Promotionsstudium an der Universität zu Köln

2016 – 2021: Hilfskraft von Dr. Ingo Breuer (Institut für deutsche Sprache und Literatur I)

2018 – 2019: Hilfskraft im Büro für Öffentlichkeitsarbeit des Dekanats der Philosophischen Fakultät 

2016 – 2018: Hilfskraft am Lehrstuhl von Prof. Dr. Sabine von Heusinger (Historisches Institut)

2019 – 2023: Master of Arts Deutschen Sprache und Literatur an der Universität zu Köln

2013 – 2019: Bachelor of Arts Deutschen Sprache und Literatur und Geschichte an der Universität zu Köln