Im englischsprachigen Raum und in Skandinavien haben die Neurodiversity Studies in den Geistes- und Kulturwissenschaften bereits einen festen Platz. Seit den 2000er Jahren hat sich das Forschungsfeld – ausgehend von der autistischen Community und Judy Singers Neurodiversitätsparadigma – ausdifferenziert. Ob Critical ADHD oder Tourettic Studies: Die kritische Auseinandersetzung mit neurodivergenten Realitäten und Konzepten von „Ver_rücktheit“ ist dort eng mit den Disability und Mad Studies verzahnt.
Im deutschsprachigen Raum hingegen ist die theoretische Fundierung und akademische Vernetzung zu diesem Thema bislang kaum ausgeprägt. Ein neuer, interdisziplinärer Workshop möchte das nun ändern.
Am 12. November 2026 findet via Zoom ein erstes digitales Vernetzungstreffen statt. Ziel ist es, Forscher*innen aller Karrierestufen zusammenzubringen und einen offenen Austausch über methodische/theoretische, wissenschaftshistorische und gesellschaftspolitische Fragen anzustoßen.
Als Keynote-Sprecher*in konnte Bridger Bartlett (Swansea) gewonnen werden und wird Einblicke in das transnationale literaturwissenschaftliche Projekt AMEND (eArly Modern European NeuroDivergence) geben.
Gesucht werden kurze Impulsvorträge (5–10 Minuten) aus den Literatur-, Medien-, Kultur- oder Gesellschaftswissenschaften, die sich aus intersektionaler und kritischer Perspektive mit Neurodivergenz befassen. Noch nicht abgeschlossene, explorative Überlegungen sowie künstlerische Beiträge sind genauso willkommen wie Vorstellungen von (fertigen) Projekten. Vorschläge können bis 30. September 2026 bei den Organisator*innen eingereicht werden. Für weitere Informationen bitte den beigefügten CfP beachten.
Um den Workshop so zugänglich wie möglich zu gestalten, können Absprachen über Assistenzbedarfe vorab getroffen werden. Impulse können beispielsweise auch per Skript durch die Organisator*innen vorgestellt oder als vorbereitetes Audio-Video-Material eingereicht werden.
Kontakt: Julie N. Heinrichs (EAI Köln) und Laura Basten (Berlin/Köln)