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21.-22.5. | Leerstelle transkulturell – Tagung in Kooperation mit dem Auerbach-Institut

Die Tagung in der Fritz Thyssen-Stiftung untersucht die "Theoriegeschichte und Methodenvielfalt" der "Leerstelle".

Seit den rezeptionsästhetischen Arbeiten der 1970er Jahre hat sich der Begriff der Leerstelle als Grundbegriff kulturwissenschaftlicher Arbeit etabliert. Er bezeichnet Auslassungen und Ambiguitäten, welche die imaginative Aneignung der Textwelt überhaupt ermöglichen. Von den Film- und den Musikwissenschaften über die Medien- und Kulturwissenschaften bis hin zu Didaktik oder Theologie finden sich zahlreiche Anschlüsse an diese Idee.
Die Tagung zielt darauf ab, die Leerstelle als methodische und theoriegeschichtliche Figur aus ihrem Entstehungskontext, der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit, zu lösen. Sie geht von der Vermutung aus, dass sich historisch und medial sehr unterschiedliche Leerstellendiskurse herausgebildet haben. Neben die Erinnerungskultur nach der Shoah treten so etwa koloniale Semantiken, in deren Zentrum mit der Stilisierung des „leeren“ Raumes ein anders gelagerter Leerstellendiskurs steht, und nicht zuletzt das historiographische Erzählen selbst, das in reflektierter Weise mit Lücken, Auslassungen und Arealen des Nichtwissens umzugehen hat. Die Leerstelle könnte sich insofern als Schlüsselkonzept für ein zeitgemäßes Verständnis theoretischer und erinnerungspolitischer Hegemoniekämpfe erweisen.
Die Tagung sondiert die Breite von unterschiedlich gelagerten Leerstellendiskursen und befragt dabei die Theoriegeschichte der Leerstelle mit dem Ziel, das Konzept in transkultureller und disziplinenübergreifender Hinsicht zu konsolidieren.

Weitere Informationen finden Sie →hier.