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Forschungsprojekt

Engagierte Gegenwartsliteratur. Zur Praxeologie politischer Schreibweisen 

Die Gegenwartsliteratur hat die jüngsten politischen Krisen und Konflikte besonders schnell aufgenommen. Sowohl der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine als auch der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 veränderten die Praxeologie der Gegenwartsliteratur markant. Dies zeigt sich anhand einer Vielzahl jüngst publizierter Romane, Erzählungen, Dialoge und Essays, die von den aktuellen Kriegen ausgehen und damit in Beziehung zum politischen Diskurs treten. 
Indem die Autor:innen sich immer stärker dem politischen Geschehen zuwandten, schlossen sie an jene Vorgaben und Schwierigkeiten der Littérature engagée an, in deren Zentrum die Koordinierung von Ästhetik, Poetik und Politik steht. Dabei haben sich die medialen Rahmenbedingungen geändert: Heute kann die Gegenwartsliteratur kaum mit Nachrichten im Takt von Live Tickern und Tweets Schritt halten. Ihre Aktualität ist eine andere, sie konstruiert und reflektiert sich erst nachträglich im Schreibprozess. 
Im Rahmen des komparatistischen Projektes werden die Praxeologien und Schreibweisen engagierter Gegenwartsliteratur untersucht, die das Konzept Littérature engagée reaktivieren und erweitern. Anhand von ausgewählten Texten (Katja Petrowskaja, Serhij Zhadan, Sasha Marianna Salzmann u.a.m.) werden die veränderten Wahrnehmungs- und Sprachfindungsprozesse untersucht, die sich auf das politische Geschehen zurückführen lassen. Zudem organisieren Christof Hamann und Sebastian Schönbeck eine Lesung mit Podiumsgespräch mit Christoph Peters (18.11.2025 in der Buchhandlung Bittner), in der die Praktiken des politischen Schreibens exemplarisch diskutiert werden.

Sebastian Schönbeck