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Research Project

Unverfügbares und Unberechenbares beim digitalen (und träumerischen) Vorausschauen

Das Projekt beschäftigt sich mit Momenten des Unberechenbaren und Unverfügbaren, die sowohl bei digitalen als auch kognitiven Praktiken des zeitlichen „Vorausschauens“ auftreten. Welche Rolle spielen sie bei Entscheidungsfindungen und auf die Zukunft gerichtetem Handeln? Berechnung und Unberechenbarkeit stehen etwa in den Bereichen Sicherheit und Militär in einem besonderen Spannungsverhältnis. Einerseits gehören hier quantitative, insbesondere digitale Vorausberechnungen von Sachverhalten und Situationen zum technologischen Standard andererseits ist das Wissen in diesen strategischen Domänen seit jeher von Ungewissheit und Unwägbarkeiten bestimmt. Das Zusammenspiel von Berechnung und Unberechenbarkeit wird unter anderem am Beispiele der datenbasierten security policy im Rahmen des war on terror untersucht. Außerdem wird begrifflich-historischen Aspekten der Thematik nachgegangen, etwa des Zusammenhangs von „Sicherheit“ und „Unverfügbarkeit“. Denn Sicherheit kann, wenn sie zu sehr forciert wird, Unsicherheit hervorbringen oder in ihr Gegenteil umschlagen. Untersucht wird insbesondere, inwiefern Aspekte des Unverfügbaren durch die besondere Zukunftsgerichtetheit des Sicherheitsbegriffs Relevanz erhalten. 

Als kognitive Praktik des Vorausschauens wiederum steht das Tagträumen im Fokus. Tagträume sind meist projektiv auf die Zukunft gerichtet sind, sei es spekulativ oder problemlösend. Ein Wachtraum nimmt bisweilen Synthesen von Vergangenheit und Zukunft vor. Das träumerische Vorauseilen hat jedoch einen tentativen Charakter. Ob das Vorgestellte tatsächlich eintritt oder die erdachte Lösung Erfolg hatte, bleibt geheim und dem Träumendem vorbehalten. Auch mittels Niederschreiben oder Nacherzählen ist es nur schwer einholbar. Es wird unter anderem der Frage nachgegangen, inwiefern das Unverfügbare des Wachträumens mit dessen temporaler Ausrichtung zusammenspielt. 

Sandra Pravica